05.05.2021

Ein Aktiendepot: Was ist das und wann brauche ich es?

Sie möchten in Zukunft auch in Aktien, ETFs oder andere Wertpapiere investieren? Dann benötigen Sie auf jeden Fall ein Wertpapierdepot zur Verwaltung Ihrer Wertpapiere. Erfahren Sie hier, wie ein Aktien- bzw. Wertpapierdepot funktioniert und wie Sie einfach und schnell ein Depot eröffnen.

Ein Hinweis zu Beginn: Der Begriff „Aktiendepot“ ist fachlich nicht korrekt. Die richtige Bezeichnung für ein Depot, in dem Sie Ihre Wertpapiere verwalten, ist „Wertpapierdepot“. Im Laufe der Zeit hat sich der umgangssprachliche Begriff „Aktiendepot“ gebildet, den wir deshalb auch in diesem Artikel überwiegend verwenden werden.

Was ist ein Aktiendepot? Basiswissen über das Aktiendepot

Ein Aktiendepot, auch Wertpapierdepot oder einfach nur Depot genannt, ist ein Konto, über das Ihre Wertpapierkäufe und alle anderen Wertpapiertransaktionen, wie Dividendenzahlungen abgewickelt werden. Wie das Wort Depot (aus dem französischen "Lager") vermuten lässt, werden alle von Ihnen gekauften Wertpapiere in Ihrem Aktiendepot gelagert und auch verwahrt.

Sobald Sie Aktien oder anderen Wertpapiere kaufen beziehungsweise damit handeln möchten, benötigen Sie ein Wertpapierdepot.

Achtung: Ein Wertpapierdepot funktioniert nur in Kombination mit einem Verrechnungskonto. Das Verrechnungskonto ist fest bei Ihrem Depot hinterlegt und wird bei einem Kauf belastet oder bei einem Verkauf der Rückkaufswert gutgeschrieben.

Welche Transaktion finden in einem Aktiendepot statt?

Grundsätzlich ist ein Depot zum Verwahren und Verwalten Ihrer Wertpapiere da. Aber was genau heißt das?

Sie haben mehrere Wertpapiere bereits gekauft und diese liegen in Ihrem Depot zur Verwahrung. In Ihrem Depot wird jedes Papier mit seiner Bezeichnung, seiner ISIN (Wertpapierkennnummer) und dem aktuellen Kurswert hinterlegt. Sobald Sie Wertpapiere verkaufen oder neue hinzukaufen (Ordern), wird das Papier zwar aus Ihrem Depot herausgenommen oder in Ihr Depot eingebucht, die Verrechnung des Gegenwertes wird dabei aber über das Verrechnungskonto abgewickelt.

Kosten eines Aktiendepots

Kosten im Zusammenhang mit einem Depot auf einen Blick:

  • Depotgebühren: In der Regel auf der Basis des Depotvolumen
  • Transaktionskosten: In der Regel ein Prozentsatz auf das Ordervolumen.

 

Ein Aktiendepot hat, wie ein Girokonto auch, regelmäßig anfallende Grundgebühren. Bei Depots nennt man diese Gebühren Depotgebühren. Die Depotgebühren fallen in der Regel vierteljährlich an. Das hat den Vorteil, dass Sie viermal im Jahr den Gesamtkurswert des Depots übermittelt bekommen. Die Depotgebühren werden automatisch mit den Depotwerten verrechnet. Die Höhe der Gebühren kann sehr unterschiedlich ausfallen und richtet sich in der Regel nach der Höhe des Depotwertes sowie nach dem Depotmodell.

Hinzu kommen zudem die Gebühren für das Ordern, also für das Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren. Diese Transaktionskosten werden oftmals pro Order oder als pauschaler Prozentsatz vom Ordervolumen berechnet. Wissen Sie also, dass Sie einen regen Handel an der Börse tätigen werden, dann macht es Sinn, sich für eine pauschale Abrechnung zu entscheiden.

Depot eröffnen: Die Anbieter für Aktiendepots im Vergleich

Wo Sie ein Depot eröffnen

Ein Aktiendepot können Sie sowohl bei einer Bank online und in der Filiale eröffnen als auch bei einem Online-Anbieter.

Die Zahl der Anbieter ist in den letzten Jahren so rasch gestiegen, dass Sie als Anleger zwar eine große Auswahl haben – mit ihr aber auch die bekannte Qual der Wahl.

Wichtig: Holen Sie vor Ihrer Entscheidung auf jeden Fall verschiedene Angebote ein und stellen einen Depot-Vergleich an.

Die Bank punktet bei der Beratung

Insbesondere als Wertpapier-Anfänger sind Sie mit einem Aktiendepot bei einer Bank besser aufgehoben. Banken sind zur kostenfreien Beratung verpflichtet und haben speziell ausgebildete Beraterinnen und Berater, die Ihnen bei Fragen immer zur Verfügung stehen.

Gerade wenn der Markt in einer schwierigen Phase ist oder gar in eine Rezession rutscht, wie zum Beispiel in der Corona-Krise, ist es sehr wertvoll, auf gut ausgebildete Beraterinnen und Berater der eigenen Hausbank zurückgreifen zu können.

Online-Broker: Wenig Service, viel Eigenverantwortung

Bei einem Online-Broker erhalten Sie im Gegensatz zur Bank keine Beratung. Es können nur reine Order-Aufträge getätigt werden – und das ausschließlich online. Daher sind Sie allein für die Entwicklung Ihres Aktiendepots, die Sicherheit Ihres Heimnetzwerkes und Ihres Computers oder Smartphones verantwortlich.

Online-, Standard- oder All-Inclusive-Depot: Welches Depot und welcher Anbieter passen zu mir?

Wenn Sie in Zukunft Wertpapiergeschäfte tätigen wollen, müssen Sie wissen, welcher Anlagetyp Sie sind oder sein wollen: Möchten Sie eigenverantwortlich arbeiten, was Fachwissen und technische Affinität voraussetzt oder benötigen Sie zusätzlich Unterstützung von Spezialisten, egal ob online und/oder vor Ort?

Finden Sie es mit unserem Vergleich heraus. 

  Online-Depot Standard-Depot All-Inclusive-Depot
Anbieter Direktbanken, Filialbanken, Online-Anbieter, Hybridbanken Direktbanken, Filialbanken, Hybridbanken Filialbanken, Hybridbanken
Beratung x Inklusive oder kostet zusatzlich
Depotgebühren Keine oder gering Mittel Hoch
Zugangsweg Online Online und Filiale Online und Filiale
Transaktionskosten x

Fazit: Egal, für welchen Anbieter Sie sich schlussendlich entscheiden – Vergleichen und prüfen Sie die Anbieter genau, bevor Sie Ihr Depot eröffnen.

Was Sie bei der Depoteröffnung beachten sollten

Ein Depot können Sie bei Banken und Online-Portalen schnell und einfach online eröffnen. Wünschen Sie einen Vorort-Termin ist dies meist nur bei einer Bank möglich. Grundsätzlich sollten Sie vor und bei der Eröffnung allerdings einige Punkte beachten.  

Tipp 1: Sie sind sich unsicher? Lassen Sie sich beraten

Wenn Sie noch keinerlei Erfahrung mit dem Aktienhandel im Speziellen oder der Geldanlage in Wertpapiere haben, sollten Sie sich insbesondere bezüglich der unterschiedlichen Risiken von Wertpapieren durch Spezialisten unterstützen lassen.

Sie können sich bei jeder Bank zum Thema Depotanlage, aber natürlich auch zu den Anlagemöglichkeiten im Wertpapierbereich beraten lassen. Grundsätzlich bieten Banken meist verschiede Depotmodelle an, die sich in den Gebühren unterscheiden und somit für jede individuelle Situation eine passende Lösung bieten.

Tipp 2: Das Online-Depot schnell und einfach im Internet eröffnen

Sie haben bereits Erfahrungen mit Wertpapierinvestments oder keine Zeit für die Depoteröffnung in eine Bank zu kommen? Dann ist die Online-Depoteröffnung Ihr schneller und einfacher Weg zu einem Aktiendepot.

Online-Depots können Sie auf verschiedenen Online-Portalen oder auch oft auf der Webseite Ihrer Bank eröffnen.

Tipp 3: Halten Sie die Gebühren im Blick

Die Höhe der Depotgebühren und Transaktionskosten fällt häufig sehr unterschiedlich aus. Im Vergleich bieten Online-Broker oftmals günstigere Konditionen und teilweise eine komplett kostenlose Depotführung an. Diese sind für erfahrene Anleger geeignet, die ihre Aktien oder Fonds eigenständig online kaufen oder verkaufen und somit keinen weiteren Service oder keine Beratung benötigen. Sind Sie aber noch neu auf dem Börsenparkett, kann ein komplett eigenständiger Handel schnell zu einem Wertverlust führen.

Banken hingegen bieten häufig verschiedene Depotmodelle mit einer unterschiedlichen Staffelung der oben genannten Gebühren an. Damit bieten sie jedem Anleger, ob Anfänger oder Profi, Kleinanleger oder Großanleger, ein Depotmodell, das auf seine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist und können so die Gebühren je nach Nutzungsverhalten des Depots berechnen.

Fazit: Vergleichen Sie die Angebote verschiedener Anbieter sehr genau. Wählen Sie das Depot-Modell nicht nur nach der Höhe der Depotgebühren aus, sondern prüfen Sie, welcher Anbieter und welches Modell am besten zu Ihrer Erfahrung und persönlichen Situation am besten passt.

Tipp 4: Augen auf beim Depotwechsel

Sind Sie mit Ihrem aktuellen Anbieter nicht zufrieden, können Sie jederzeit mit Ihrem Depot zu einem anderen Anbieter wechseln. Man nennt dies auch Depotübertrag. Wichtig ist, dass der Depotübertrag für Sie als Anleger kostenlos ist. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Ihnen keine zusätzlichen Gebühren für den Übertrag berechnet werden dürfen.

Weitverbreitete Gründe für den Depotwechsel sind die Gebühren für die Führung des Depots, der Service des Dienstleisters (Depotbank) sowie attraktive Wechselprämien für Anleger, die oft von Online-Brokern geboten werden. Aber Achtung: Bevor Sie sich für einen Depotwechsel entscheiden, sollten Sie Ihre Prioritäten kennen. Ist es Ihnen wichtiger Kosten zu sparen und dafür auf Beratung und Service zu verzichten oder investieren Sie lieber einen kleinen Teil für Depotgebühren und können sich dafür bei Fragen an eine Beraterin oder einen Berater wenden?

Geben Sie Ihr Geld nicht aufgrund einer Wechselprämie in falsche Hände, sondern treffen Sie Ihre Entscheidung nach Ihren persönlichen Bedürfnissen.

Mit einem Aktiendepot Wertpapiere handeln: So funktioniert's

Jeder Anleger benötigt ein Depot, um Wertpapiere zu kaufen bzw. zu verkaufen. Aber wie genau geht es nach der Depoteröffnung weiter und wie funktioniert das Handeln (Ordern) Schritt für Schritt?

Schritt 1: Entscheidung, welche Aktie/Wertpapier Sie kaufen möchten

Falls Sie noch nicht wissen, welche Aktie oder welches Wertpapier Sie kaufen möchten, können Sie sich von einem Wertpapierspezialisten beraten lassen. Dieser wird Ihnen ein zu Ihren Bedürfnissen passendes Papier empfehlen.

Tipp: Sie sind sich unsicher, ob Sie sich beraten lassen sollen? Insbesondere bei mangelnder Erfahrung in diesem Bereich ist es sinnvoll, eine Beratung durch Spezialisten in Anspruch zu nehmen.

Schritt 2: Ordererteilung an die jeweilige Börse

Sie haben sich für eine Aktie oder ein anderes Wertpapier entschieden? Dann können Sie oder Ihre Beraterin oder Ihr Berater die Order, in dem Fall den Kauf, tätigen.

Oft bieten Bankberaterinnen oder Berater auch an, eine telefonische Order von ihren Kunden zu tätigen. Das ist aber nur möglich, wenn der Kunde bereits legitimiert und bekannt ist. In diesem Fall ist die Bankberaterin oder der Berater beziehungsweise die Bank der, der die Order durchführt. Hier sind regulatorische Vorgaben, wie Telefonaufzeichnung und die Zurverfügungstellung einer ex-ante Kosteninformation zu beachten.

Schritt 3: Einbuchung ins Aktiendepot und Abrechnung des Gegenwertes

Nach der Tätigung des Kaufs wird die Aktie oder das Wertpapier in Ihr Depot eingebucht und der Kaufpreis zuzüglich aller Gebühren von Ihrem bei der Depoteröffnung angegebenen Verrechnungskonto eingezogen.

Der komplette Vorgang, vom Kauf über die Einbuchung und die Abrechnung, dauert zwei Arbeitstage. So verhält es sich auch bei dem Verkauf eines Wertpapiers. Online ist die Abrechnung einen Tag später verfügbar.

Sinnvoll ist ein Online-Postfach für die Hinterlegung Ihrer Abrechnungen. Nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit, sondern auch, weil Sie jederzeit, schnell und einfach auf Ihre Abrechnungen zugreifen können.

Führen Sie keine weiteren Käufe oder Verkäufe aus, steht viermal im Jahr nur noch die Quartals-Abrechnung mit gegebenenfalls einer Auszahlung einer Dividende an.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie sich keine Einzeltitel, sondern einen Sparplan (aktuell im Trend: ETF-Sparpläne) angelegt haben, dann erfolgt jeden Monat eine Buchung in Ihrem Depot.

Wo findet der Aktienhandel statt?

Für das Handeln mit Aktien und anderen Wertpapieren stehen sogenannte Handelsplätze zur Verfügung. Hier unterscheidet man zwischen den real bestehenden Handelsplätzen und den elektronischen Handelsplätzen.

Die bekannteste und größte Börse ist die New York Stock Exchange (NYSE). In Deutschland gibt es mehrere reale Börsen, wobei die Frankfurter Börse nicht nur die größte in Deutschland, sondern mit der dort betriebenen elektronischen Börse XETRA weltweit eine der größten Handelsplätze ist.

Der Handel findet auf allen Börsen statt, wobei nicht jedes Papier auch an jeder Börse gehandelt wird. In den letzten Jahren hat sich das Handeln mit Aktien oder anderen Wertpapieren fast komplett auf die elektronischen Handelsplätze verlegt. Und auch wenn wir hier von elektronischen Handelsplätzen sprechen, müssen Sie beachten, dass auch diese Börsen feste Handelszeiten haben.

Mit guter Vorbereitung zum erfolgreichen Aktiendepot

Die Anlage in Wertpapieren ist mit Risiken behaftet und bedarf daher gerade bei Anlegern mit wenig Erfahrung einer ausführlichen und fachkundigen Beratung. Sogar die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen, kurz BaFin, hat dies erkannt und Richtlinien speziell für die Beratung und die Ausbildung in diesem Bereich festgelegt.

Daher sollten Sie, insbesondere wenn Sie noch keine oder wenig Erfahrung im Wertpapierbereich haben, eine fachkundige Beratung bei einem dafür speziell ausgebildeten Berater in Anspruch nehmen. Dies wird Ihnen beim Aufbau Ihres persönlichen Depots helfen.

Sie haben noch Fragen, oder möchten sich bezüglich Depoteröffnung oder Wertpapieranlage beraten lassen? Dann können Sie hier online ein Termin bei unseren Spezialisten vereinbaren.

Wichtige Hinweise zu Risiken von Anlageprodukten: Die hier angebotenen Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise zu einzelnen Arten von Finanzinstrumenten. Sie stellen die Chancen und Risiken der Anlageprodukte nicht abschließend dar und sollen eine ausführliche und umfassende Aufklärung und Beratung nicht ersetzen. Detaillierte Informationen über Anlagestrategien und einzelne Anlageprodukte einschließlich damit verbundener Risiken, Ausführungsplätze sowie Kosten und Nebenkosten stellt Ihnen Ihre Frankfurter Volksbank vor Umsetzung einer Anlageentscheidung im Rahmen der Beratung zur Verfügung.

Produkte zu diesem Ratgeber-Artikel

Fondssparen: Flexible Geldanlage ganz nach Ihren Wünschen

Kapital in Investmentfonds streuen
  • Flexibel sparen bereits ab 25 Euro
  • Risikostreuung durch Vielfalt der Wertpapiere
mehr

Ihr Wertpapier-Depot: Immer gut beraten

Mit der Anlage in Wertpapiere von der Marktsituation profitieren
  • Persönliche Beratung durch Spezialisten
  • Individuelle Anlagestrategien
mehr