23.07.2020

Elternzeit als Vater: Vorteile, Dauer & Antrag

Sie werden bald Vater und möchten gerne mehr Zeit mit Ihrer Familie verbringen? Auch wenn es für viele Betriebe noch nicht selbstverständlich ist, dass Väter mehrere Monate pausieren, haben Sie als Vater nach der Geburt Ihres Kindes den gleichen Anspruch auf Elternzeit wie die Mutter. Erfahren Sie hier, welche Vorteile bestehen, wie lange Sie Elternzeit nehmen dürfen, wie viel Elterngeld Sie erhalten und wie Sie den Antrag bei Ihrem Arbeitgeber stellen. 

Was spricht für die Elternzeit als Vater?

Viele Väter sind überrascht, dass sie nach der Geburt des Kindes auch einen Anspruch auf insgesamt 36 Monate Erziehungsurlaub haben. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Mütter nach dem Mutterschutz sehr viel häufiger Elternzeit nehmen und diese klassische Form der Aufteilung von Familie und Beruf noch immer die beliebtere ist. Doch die gemeinsame Vater-Kind-Zeit hat sehr viele Vorteile – für Familie, Vater und Kind.

Die Vorteile der Vater-Elternzeit auf einen Blick:

  • Sie bauen eine intensivere Bindung zu Ihrem Kind auf
  • Sie verbringen mehr Zeit mit der gesamten Familie
  • Sie entlasten die Mutter, die ggf. dadurch leichter in den Beruf zurückkehren kann
  • Ihr Kind profitiert in der Entwicklung von der gleich verteilten Erziehungszeit
  • Sie könnten bei einer gemeinsam genutzten Elternzeit als Familie zusammen verreisen

Die vielen Vorteile sprechen eigentlich für sich. Dennoch scheuen sich viele Väter vor einer längeren Auszeit, weil sie einen beruflichen Nachteil befürchten. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Sie während der Elternzeit Kündigungsschutz genießen. Nach Ihrer Rückkehr haben Sie Anspruch auf eine Stelle, die Ihrem alten Arbeitsplatz gleichwertig ist. Die Gefahr einer beruflichen Veränderung innerhalb des gleichen Unternehmens ist also gegeben – aber sowohl für Väter als auch für Mütter. Doch viele Arbeitgeber sind inzwischen nicht nur auf die Elternzeit der Mütter eingestellt, sondern erleichtern auch gerne Vätern die Entscheidung für Elternzeit sowie Rückkehr in den vorherigen Beruf.

Wie lange haben Sie als Vater Anspruch auf Elternzeit?

Sowohl Mütter als auch Väter haben den Anspruch, bis zu drei Jahre Zeit für die Familie zu nehmen. Diese drei Jahre können Sie als Vater alleine nehmen, mit der Mutter aufteilen oder aber auch gemeinsam nehmen.

12 Monate dieser Zeit müssen in den ersten drei Jahren nach der Geburt des Kindes in Anspruch genommen werden. Die restlichen 24 Monate können, in Absprache mit dem Arbeitgeber, bis in das achte Lebensjahr des Kindes verschoben und in zwei weitere Teile gesplittet werden.

Elterngeld: Wie verändert sich das Gehalt von Vätern in der Elternzeit?

Basiselterngeld und die Partnermonate

Innerhalb der ersten 14 Monate nach der Geburt des Kindes können Sie als Vater Elterngeld (Basiselterngeld) beantragen. Das Basiselterngeld beläuft sich auf 65 bis 67 % Ihres Netto-Einkommens vor der Geburt und wird für maximal 12 Lebensmonate des Kindes gezahlt. Die Mutterschutzmonate der Frau werden dabei auf das Elterngeld angerechnet. Väter sowie Mütter erhalten höchstens 1.800 Euro und mindestens 300 Euro Elterngeld.

Nehmen beide Elternteile Elternzeit und bleiben Sie als Vater mindestens zwei Monate Zuhause, besteht ein Anspruch auf 14 statt 12 Monate Elterngelt. Diese sogenannten "Partnermonate" bedeuten einen finanziellen Vorteil und sind deshalb sehr beliebt.

ElterngeldPlus und der Partnerschaftsbonus

Mit dem Partnerschaftsbonus können Sie nach den 14 Monaten für weitere vier Monate Elterngeld mit ElterngeldPlus bekommen, wenn Sie beide in Teilzeit arbeiten. Damit sollen Eltern belohnt werden, die nach der Geburt schnell wieder in den Job zurückkehren oder die Erziehungsmonate gleichberechtigt aufteilen. Ausführlichere Erläuterungen zum ElterngeldPlus erhalten Sie hier.

Tipp: Wenn Sie kein Elterngeld erhalten oder den Anschluss zur Arbeit nicht verlieren möchten, besteht auch die Option, während der kompletten Elternzeit bis zu 30 Wochenstunden in Teilzeit zu arbeiten, ohne dass die Elternzeit endet.

Mehr Informationen zum Elterngeld finden Sie auf dem Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Antrag auf Elternzeit: Wie und wann wird es beantragt?

Beachten Sie die Sieben-Wochen-Frist

Der Antrag auf Elternzeit muss spätestens sieben Wochen, aber nicht früher als acht Wochen vor Antritt der geplanten Elternzeit schriftlich bei Ihrem Arbeitgeber eingehen. Sie haben also ein Zeitfenster von einer Woche, um den Antrag ohne die Gefahr einer möglichen Kündigung einzureichen. Beantragen Sie die Elternzeit zwischen dem 3. und vollendeten 8. Lebensjahr, beträgt die Frist 13 Wochen.

Eine Bestätigung erhalten Sie nicht von Ihrem Arbeitgeber, da Sie Ihrem Arbeitgeber eigentlich nur mitteilen, für welche Zeiträume Sie freigestellt sein möchten. Es ist dennoch empfehlenswert, sich den Eingang quittieren zu lassen oder den Antrag per Einschreiben zu verschicken.

Was muss in dem Antrag stehen?

In diesem Antrag teilen Sie Ihrem Arbeitgeber mit, wie lange Sie Elternzeit nehmen und wann Sie voraussichtlich wieder zurückkehren möchten. Sie müssen sich jetzt aber noch nicht final festlegen: Eine Verlängerung ist jederzeit möglich, auch wenn Sie diese erneut bei Ihrem Arbeitgeber beantragen müssen. 

Kann der Antrag von Ihrem Arbeitgeber abgelehnt werden?

Ihr Arbeitgeber darf die Elternzeit in den ersten Lebensmonaten des Kindes rechtlich nicht ablehnen. Die Grundlage dafür bildet das Elterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Ihr Arbeitgeber darf nur aus "dringend betrieblichen Gründen" widersprechen, wenn Sie zwischen dem 3. und 8. Geburtstag des Kindes weitere 24 Monate oder weniger beantragen möchten.

Die genannten Informationen haben wir nach bestem Wissen sorgfältig zusammengetragen. Eine Haftung jeglicher Art schließen wir dennoch aus.

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