30.04.2021

Geld anlegen Schritt für Schritt: Geld in 6 Schritten clever anlegen

Liegt auch Ihr Geld aktuell auf Tagesgeld-, Festgeld- oder Sparkonten? So wie Sie haben sich viele Anlegerinnen und Anleger für diese sichere Form der Geldanlage ohne nennenswertes Risiko entschieden. Der Nachteil: Aktuell bekommen Sie dort für Ihr Erspartes kaum Zinsen, sondern müssen zeitweise sogar noch für die Verwahrung zahlen (Negativzinsen). Erfahren Sie hier, in welchen sechs Schritten Sie Ihr Geld auch in Zeiten von Niedrigzinsen clever anlegen.

Was ist überhaupt eine erfolgreiche Geldanlage?

Eine erfolgreiche Geldanlage ist ein auf Ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse ausgerichteter Anlage-Mix. Ihr Vermögen sollte in unterschiedliche Anlagen gestreut sein, die in ihrer Struktur Ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen und damit für Stabilität sorgen.

Ziel einer solchen Vermögensstruktur ist nicht nur die reine Gewinnmaximierung, sondern eine stabile Vermögensstruktur auszubauen, die Sie über alle Lebensphasen begleitet: also sowohl in schwierigen Lebensphasen einen Puffer bietet, aber auch Ihre persönlichen Wünsche erfüllt oder die Absicherung für das Alter sichert.

Tipp: Wissenschaftler haben bereits bewiesen, dass ein gut strukturiertes Portfolio erfolgreicher ist als ein unausgewogenes Portfolio. Schauen Sie also genauer hin und nehmen Sie sich Zeit für Ihr persönliches Vermögen. Es lohnt sich!

Niedrigzinsen führen zu alternativen Geldanlagen

Insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase müssen Sie Ihr Geld clever anlegen, da Sie bei der Einberechnung der Inflation* nicht nur wenig Zinsen ausgezahlt bekommen, sondern real Geld verlieren. Noch hinzu kommen die aktuell bereits von manchen Banken ausgegebenen Negativzinsen, die den zuvor beschriebenen Effekt  verstärken.

Wenn Sie also Ihr Geld nicht nur auf einem Tagesgeldkonto parken, sondern sinnvoll für Ihre Zukunft investieren möchten, empfiehlt es sich, Ihr Vermögen breit in verschiedene Geldanlagen zu streuen. In Fachkreisen redet man hierbei vom Aufbau einer Vermögensstruktur. Unten wird dies anhand eines Finanzhauses dargestellt.

*Inflation: Bezeichnet die Erhöhung der Preise und den damit einhergehenden Wertverlust des Geldes sowie die damit verbundene Verminderung der Kaufkraft. In diesem speziellen Fall geht es um die bereits niedrigen Zinsen, deren Wert sich durch die Inflation negativ entwickelt und somit einen Verlust darstellt.

Optimieren Sie Ihre Geldanlage durch den Aufbau einer Vermögensstruktur

Der Aufbau einer Vermögensstruktur ist der richtige Weg, um Ihr Vermögen ausgewogen anzulegen und in verschiedene Bereiche zu streuen. Der Aufbau Ihrer persönlichen Vermögensstruktur richtet sich nach Ihrer persönlichen Risikoeinschätzung, Ihren Erfahrungen im Wertpapiergeschäft und Ihrem aktuellen Finanzstatus.

Grundsätzlich baut eine ausgewogene Vermögensstruktur auf die fünf Säulen Liquidität, Geldwerte, Substanzwerte, Sachwerte und alternative Anlagen auf. Anhand des Finanzhauses der Union Investment wird dies verdeutlicht:

Das Finanzhaus der Union Investment für eine ausgewogene Vermögensstruktur

Mit dem Finanzhaus der Union Investment die eigene Vermögensstruktur optimieren

In den fünf Säulen werden unterschiedliche Produktarten wie folgt aufgeteilt

Ausreichende Liquidität gehört zu einer guten Geldanlage dazu

Mit liquiden Anlagen sind sogenannten Sichteinlagen gemeint. Dazu zählen neben dem Girokonto auch Tagesgeldkonten und Sparkonten. Diese Anlagen zielen eher auf kurzfristige Verfügbarkeit ab, um beispielsweise unvorhersehbare kurzfristige Ausgaben abdecken zu können.

Mit Geldwerten clever Geld anlegen

Geldwertpapiere sind grundsätzlich stabile Anlagen, die auf eine längerfristige Anlage ausgelegt sind. Mit ihnen kann eine Rendite über der Inflation erreicht werden, allerdings unter Berücksichtigung von geringen Schwankungen. Dazu zählen zum Beispiel festverzinsliche Wertpapiere, Rentenfonds oder auch Bausparverträge.

Die Treiber für Ihre Geldanlage: Die Substanzwerte

Substanzwerte gelten aufgrund der Chance auf einen vergleichsweise höheren bis deutlich höheren Ertrag als Treiber einer jeden Vermögensstruktur. Wenn Sie eine höhere Schwankungsbreite akzeptieren, gehören diese Werte in Ihr Portfolio. Ein Beispiel für Anlagen in diesem Bereich sind Aktien oder Aktienwerte.

Sachwerte: Für Stabilität in Ihrer Geldanlage

Sachwerte stehen, wie der Name es schon andeutet, für eine Anlage in unbewegliche Dinge. Veräußerungen sind somit meist nicht kurzfristig möglich, dafür stehen diese Anlagen aber für Wertstabilität und ein stetiges Wachstum. Die Rendite ist marktgerecht und meist über dem Inflationsniveau. Beispiele für Sachwerte sind insbesondere Immobilien oder Immobilienfonds.

Alternative Anlagen: Nur für mutige Anlegerinnen und Anleger geeignet

Alternative Anlagen zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Wertentwicklung oft von der Wertentwicklung an den Märkten abweicht. Dies kann unter Umständen von Vorteil sein und trotz schlechter Marktlage eine Rendite ermöglichen, das Risiko solcher Anlagen ist zweifelsohne aber sehr hoch. Beispiele für alternative Anlagen sind Rohstoffe, wie beispielsweise Edelmetalle oder Rohstofffonds.

In 6 Schritten clever Geld anlegen

Sie wissen, dass Sie Geld anlegen möchten, haben aber noch nicht den ersten Schritt gewagt? Mit unseren Tipps finden Sie als Anleger den Weg, der zu Ihnen passt – Schritt für Schritt.

Schritt 1: Definieren Sie Ihr Anlageziel

Möchten Sie eine Immobilie erwerben, für die frisch gebackene Familie sparen oder für das Alter vorsorgen? Um die für Sie passende Geldanlage zu finden, ist es zunächst wichtig, zu definieren, welches Anlageziel Sie damit verfolgen. Je nach Anlageziel sind unterschiedliche Anlageformen geeignet oder ungeeignet.

Tipp: Falls bei Ihnen noch Schulden in Form von Dispokrediten, Ratenkrediten oder einer Baufinanzierung bestehen, sollten Sie diese zunächst tilgen. Denn oft ist die Rückzahlung eines Kredites die beste Geldanlage – schließlich sparen Sie die Kreditrate und können diese zum Aufbau von Vermögen verwenden.

Schritt 2: Kurz- oder langfristige Geldanlage? Legen Sie den Anlagehorizont fest

Planen Sie Ihr Geld kurz-, mittel- oder langfristig anzulegen? Die Anlagedauer beeinflusst den Erfolg Ihres Vorhabens und entscheidet darüber, welche Anlageklasse besonders für Sie geeignet ist.

So sollten Sie beispielsweise nicht unbedingt in Aktien investieren, wenn Sie Ihr Geld nur kurzfristig und nicht langfristig anlegen möchten. Insbesondere bei Aktien gleicht ein langer Anlagehorizont (von mehr als fünf Jahren) Schwankungen aus und mindert das Risiko von Kursverlusten.

Schritt 3: Welche Summe möchten Sie anlegen?

Als nächstes sollten Sie sich der Frage widmen, wie viel Geld Sie anlegen können und wollen. Bitte beachten Sie dabei, dass mindestens eine Summe von sechs Monatsnettoeinkommen frei verfügbar, also beispielsweise auf einem flexiblen Tagesgeldkonto, angelegt ist. Um herauszufinden, wie viel Geld Sie anlegen können, müssen Sie sich einen Überblick über Ihr Vermögen verschaffen und anschließend entscheiden, auf wie viel Geld Sie für den geplanten Anlagehorizont verzichten können.

Die Summe des Anlagebetrages ist ebenso entscheidend für die Wahl der richtigen Geldanlage wie der gewählte Anlagehorizont. Beispielsweise ist es mit einem kleineren Vermögen eventuell sinnvoll, den gewünschten Anlagebetrag Schritt für Schritt mit einem Sparplan aufzubauen.

Ein Sparplan ist grundsätzlich ein bewährtes Mittel, um einfach Geld anzulegen und gehört zu einer guten Vermögensstruktur dazu. Dies liegt insbesondere am Cost-Average-Effekt. Durch ihn können Sie insbesondere bei einem Sparplan sogar eine verbesserte Rendite erwirtschaften.

Der Cost-Average-Effekt beschreibt folgende Entwicklung: Durch die gleichbleibende Sparrate kaufen Sie über einen bestimmten Zeitraum bei schwankenden Preisen am Markt immer wieder unterschiedlich viele Anteile. Da Sie mal weniger (fallende Kurse) und mal mehr (steigende Kurse) für Ihre Anteile bezahlen, ist der Durchschnittspreis, den Sie über den bestimmten Zeitraum für Ihre gekauften Anteile zahlen meist niedriger als der Preis, den Sie für eine Einmalanlage in die gleiche Anzahl an Anteilen gezahlt hätten.

Schritt 4: Definieren Sie Ihr Anlageziel

Ob Aktie oder Sparbuch: Sie haben bereits gelernt, dass eine Anlageform nicht zugleich sicher und hochrentabel sein kann. Finden Sie daher einen Mittelweg zwischen sicheren Geldanlagen mit geringem Risiko, wie dem Festgeld oder Tagesgeld und Geldanlagen mit höherer Chance auf Rendite und höherem Risiko, wie Aktien-, Misch- oder Immobilienfonds.

Wichtig ist: Gehen Sie nicht mehr Risiko ein als Sie tragen können und wollen. Wie Sie Ihr Vermögen aufteilen, sollten Sie daher nach Ihrer Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit entscheiden.

Tipp: Denken Sie an Fonds! Fonds haben den großen Vorteil, dass sie bereits eine Streuung innerhalb der einen Geldanlage haben. Dadurch bieten Sie bereits ein verringertes Risiko eines Wertverlustes im Vergleich zu einer Anlage in eine einzelne Anlageklasse.

Fonds bieten zudem weitere Vorteile:

1. Verringertes Risiko durch Streuung in verschiedene Unternehmen oder Anlageklassen

2. Niedrigere Kosten als bei der Direktanlage in eines der Papiere im Fonds

3. Einfache Handhabung: Fondsmanager kümmert sich um die Streuung im Fonds (passives Fondsmanagement)

Schritt 5: Finden Sie mit MeinVermögen heraus, welcher Anlagetyp Sie sind

Sind Sie eher risikoscheu oder eher risikobereit? Bevorzugen Sie eine lange oder kurzfristige Geldanlage? Mit MeinVermögen ermitteln Sie anhand weniger Angaben online und unkompliziert, welcher Anlagetyp Sie sind und welche Anlagestrategie zu Ihnen passt. Im Anschluss erhalten Sie einen Vorschlag für eine Anlagelösung, die Ihren persönlichen Zielen entspricht.

Probieren Sie es jetzt aus!

Unser Tipp: Die Klickstrecke können Sie ganz unverbindlich dazu nutzen, um herauszufinden, welchem Anlagetyp Sie entprechen und welche Wertpapiere zu Ihnen passen könnten.

Alternativ helfen unsere Spezalisten Ihnen persönlich, die richtige Anlagestrategie und Wertpapiere für Sie herauszufinden.

Schritt 6: Wählen Sie die passende Geldanlage

Sie wissen jetzt, welcher Geldanlagetyp Sie sind. Nun können Sie näher eingrenzen, welche Geldanlagen für Sie in Frage kommen.

Dabei sollten Sie beachten, dass jede Form der Geldanlage von drei zentralen Faktoren beeinflusst wird. Diese Faktoren Sicherheit, Liquidität (Verfügbarkeit) und Rendite bilden das sogenannte "Magische Dreieck". Es besagt: Je sicherer und verfügbarer (z.B. Tagesgeld) eine Geldanlage ist, desto weniger Aussicht auf Gewinne haben Sie. Haben Sie wiederum eine gute Aussicht auf Gewinne, ist dies meist auch eine weniger liquide (z.B. Festgeld) oder weniger sichere Anlageform (z.B. Aktien).

Um alle drei Aspekte des magischen Dreiecks abzudecken, ist es empfehlenswert, eine Kombination verschiedener Geldanlagen zu wählen, also wie oben beschrieben eine Vermögensstruktur passend zu Ihren Bedürfnissen aufzubauen. Die 5 Säulen des Finanzhauses sind hierbei ein guter Wegweiser. Darüber hinaus kann Ihnen die Aufteilung von Wertpapierformen in Anlageinstrumente (Assetklassen) beim Aufbau Ihrer persönlichen Vermögensstruktur helfen.

Beispielhaft haben wir Ihnen folgende Anlageinstrumente mit ihren Eigenschaften aufgelistet:

Aktien Hierbei handelt es sich um Anteile an Unternehmen in der Geschäftsform AG (Aktiengesellschaft) oder auch KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien). Sie werden an der Börse gehandelt und unterliegen höheren Kursschwankungen. Der Aktionär kann dafür aber über die Unternehmenspolitik mitbestimmen und wird durch Kursgewinne und Dividenden am Unternehmenserfolg beteiligt.
Anleihen Anleihen sind Schuldscheine für Darlehen, die von Unternehmen, Staaten oder anderen Institutionen mit einer festen Verzinsung, einem festen Rückzahlungstermin und begrenzter Laufzeit ausgegeben werden. Die Bontiät* oder auch Kreditwürdigkeit der ausgebenden Institution (Staat, Unternehmen oder öffentliche Träger) hat großen Einfluss auf das Risiko des Wertpapiers. Anleihen werden ebenfalls an der Börse gehandelt.
Immobilien Hierzu zählen Geldanlagen in Immobilien oder Immobilienfonds. Diese werden in Wohn-, Gewerbe- und Spezialimmobilien unterteilt. Sie stehen für Stabilität und stetige Wertentwicklung, sind aber auch schwer veräußerbar.
Rohstoffe Hierzu zählen alle Naturstoffe, wie Wasser, Raps, Kakao oder Kaffee aber auch die Edelmetalle Gold, Silber und Platin.

*Hinweis zur Bonität: Die Bonität also Kreditwürdigkeit von Staaten oder anderen Institutionen wird über sogenannte Ratingagenturen bewertet. Moody's, Standard & Poor's oder Fitch Ratings sind hier bekannte Namen. Die Kreditwürdigkeit wird mit einem Ratingcode ausgegeben, wobei AAA für die höchste Qualität und D für die schlechteste Qualität bzw. Zahlungsunfähigkeit stehen. Die Agenturen unterliegen der staatlichen Aufsicht und können bei Verstößen die Lizenz verlieren.

Noch Fragen? Wir beraten Sie gerne persönlich

Bei einer persönlichen Beratung vor Ort können Sie alle offenen Fragen stellen und unsere Berater finden mit Ihnen gemeinsam eine Anlagestrategie, die zu Ihren Wünschen und Zielen passt. Vereinbaren Sie dafür einfach online einen Termin in einer unserer Filialen in Ihrer Nähe – ganz einfach, unverbindlich und natürlich kostenfrei.

Wichtige Hinweise zu Risiken von Anlageprodukten: Die hier angebotenen Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise zu einzelnen Arten von Finanzinstrumenten. Sie stellen die Chancen und Risiken der Anlageprodukte nicht abschließend dar und sollen eine ausführliche und umfassende Aufklärung und Beratung nicht ersetzen. Detaillierte Informationen über Anlagestrategien und einzelne Anlageprodukte einschließlich damit verbundener Risiken, Ausführungsplätze sowie Kosten und Nebenkosten stellt Ihnen Ihre Frankfurter Volksbank vor Umsetzung einer Anlageentscheidung im Rahmen der Beratung zur Verfügung.

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