Alle Nebenkosten beim Immobilienkauf im Überblick
Häufig wird die Höhe der Nebenkosten deutlich unterschätzt. Daher sollten Sie diese zu Beginn Ihres Vorhabens kennen und genau kalkulieren.
Folgendes sollten Sie bei der Kalkulation beachten: Die Höhe der Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklergebühren variieren bundesweit. Die Summe dieser Nebenkosten kann abhängig vom Bundesland zwischen 9 und 16 Prozent des Kaufpreises ausmachen.
Rechenbeispiel für den Kauf eines Hauses in Hessen
Bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro betragen die Kosten für Notar und Grundbucheintrag 5.250 Euro (1,5 %) und für die Grunderwerbsteuer 21.000 Euro (6,0 %). Hinzu kommen ggf. Maklerkosten in Höhe von 20.825 Euro (5,95 %) sowie ein Immobiliengutachten in Höhe von 1.000 Euro. Das ergibt Gesamtkosten von 398.075 Euro (Nebenkosten: 48.075 Euro). Je nach Zustand der Immobilie könnten ebenfalls noch Kosten für Modernisierung und Renovierung anfallen.
Übrigens ist ein Hausbau im Gegensatz zu einem Kauf mit weiteren Nebenkosten verbunden, die ebenfalls vom Bauherrn getragen werden müssen.
Die Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie im Detail
Kosten für die Grunderwerbsteuer
Direkt nach dem Kauf Ihrer Immobilie erhalten Sie einen Steuerbescheid vom Finanzamt, indem die Grunderwerbsteuer eingefordert wird. Die Höhe variiert von Bundesland zu Bundesland und kann von 3,5 bis zu 6,5 % des Kaufpreises (des Grundstücks und des Gebäudes) betragen.
Notarkosten für die notarielle Beurkundung
Wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung erwerben, benötigen Sie einen Notar, damit der Kaufvertrag schriftlich festgehalten wird. Die Gebühren dieser notariellen Beurkundung orientieren sich an der Höhe der Kaufsumme und liegen meist bei 0,5 bis 1,0 % des Kaufpreises.
Kosten für einen Grundbucheintrag
Nach dem Haus- oder Wohnungskauf müssen Sie dafür aufkommen, dass Ihr Eigentum im Grundbuch auf Sie umgeschrieben wird. Das jeweilig dafür zuständige Amtsgericht erhebt dafür Gebühren in der Höhe von 0,3 bis 0,5 % des Kaufpreises. Falls Sie das Haus oder die Wohnung mit einem Darlehen finanzieren, muss die Grundschuld der Bank ebenfalls in das Grundbuch eingetragen werden.
Kosten für ein Immobilien-Gutachten
Nicht immer sind die Immobilienkosten angemessen. Um den Immobilienwert von einem Experten ermitteln zu lassen, können Sie sich ein Immobilien-Gutachten anfertigen lassen. Diese Kosten richten sich nach der Honorarordnung für Ingenieure und Architekten (HOAI) und beträgt meist zwischen 500 und 1.000 Euro.
Kosten für die Maklerprovision
Viele Häuser und Wohnungen werden ausschließlich über Makler verkauft. Wird auch Ihr Immobilienkauf so abgewickelt, zahlen Sie als Käufer meist eine Provision in der Höhe von 3 bis 7 % des Kaufpreises plus Mehrwertsteuer.
Nebenkosten der Baufinanzierung
Neben den üblichen Tilgungsraten und Zinsen können bei einer Immobilienfinanzierung weitere Nebenkosten anfallen. Dazu zählen die Bereitstellungszinsen. Diese werden verlangt, wenn das Darlehen nicht innerhalb einer bestimmten Frist abgerufen wird. Sie liegen ungefähr bei bis zu 0,25 % der Darlehenssumme pro Monat.
Finanzielle Reserven für Renovierung / Modernisierung
Kaufen Sie eine Bestandsimmobilie, möchten Sie diese sehr wahrscheinlich verändern. Ob neues Badezimmer, neue Küche oder Garten: Die Kosten für die Renovierung sollten Sie vor dem Kauf einkalkulieren.
Um den Wert Ihrer Immobilie langfristig erhalten zu können, sollten Sie zudem regelmäßig in Modernisierungsmaßnahmen investieren. Für diese Ausgaben legen Sie optimalerweise direkt nach dem Haus- oder Wohnungskauf eine finanzielle Reserve an. Dabei gilt folgende Faustregel: Bei einem Neubau 1 Euro pro Quadratmeter, bei einem Altbau 2 Euro pro Quadratmeter.
Berechnen Sie Ihre Notar- und Grundbuchkosten
Verschaffen Sie sich einen Überblick über anfallende Nebenkosten und nutzen Sie unseren Rechner für die Notar- und Grundbuchkosten.